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SO LEBEN KINDER

Nicht alle Kinder können auf dieser Welt so leben wie bei uns hier. Wir zeigen mit kleinen Geschichten, wie es Kindern bei uns und in anderen Ländern ergehen könnte. Die Texte haben wir uns ausgedacht. [Oder vielleicht doch nicht ganz?]

Es ist sicher Realität, dass Menschen in Deutschland eigentlich recht gut leben können, vergleicht man dies mit anderen Regionen der Welt. Natürlich gibt es aber auch bei uns Kinder, die fern von Geborgenheit, Liebe, Ausbildung und Reichtum aufwachsen müssen.

 

DEUTSCHLAND

Paul lernt an einer Schule hier in Weißwasser und hat meist ganz akzeptable Zensuren. Er ist 12, spielt gern Fußball, mag coole Klamotten, Eishockey und Hip Hop. Am liebsten spielt er am Computer, mit seiner Playstation oder fährt mit seinen Freunden Fahrrad. Seine Eltern verdienen relativ gut, denn seine Mutter ist Lehrerin und sein Vater arbeitet als Bankangestellter. Paul findet es aber auch ungerecht, dass es viele arme Menschen auf der Welt gibt und viele, die hungern müssen.

 

DEUTSCHLAND

Jessica ist 14 und wohnt mit ihren 3 kleineren Geschwistern und ihrer Mutter in einer Plattenbausiedlung in Berlin. Die Mutter hat schon seit fünf Jahren keine Arbeit mehr, als die Firma dicht gemacht wurde. Jetzt muss die Familie von Hartz IV leben. Jessica muss auf vieles verzichten. An ein Smartphone ist nicht zu denken und auch tollen Markenklamotten gehen da nicht. Von ihren Klassenkameradinnen wird sie auch daher links liegen gelassen, weil sie nicht mit den neuesten Moden mithalten kann. Sie wünscht sich ein eigenes Zimmer, doch die Familie kann sich keine größere Wohnung leisten. Und sie mag es nicht, wenn zu Hause gestritten wird.

 

ÄGYPTEN

Kira ist gerade 10 geworden. Sie hat noch einen Bruder, der 1 Jahr älter ist. Beide leben im Süden Ägyptens am Rande der Sahara. Es sind Beduinenkinder. Sie und ihre Familien bleiben nur selten länger als 2-3 Monate am gleichen Ort. Finden die Tiere kein Futter mehr oder sind die Wasserquellen erschöpft, ziehen sie mit ihren Zelten weiter. In der Sahara ist es sehr heiß. Aber das Schlimmste sind die Sandstürme.

 

NIGERIA

Julie und ihr Bruder Tom aus einem kleinen Dorf in Afrika müssen jeden Tag 3 km Fußmarsch zur nächsten Wasserstelle antreten. Das Schulgeld können ihre Eltern nicht aufbringen. Es sind einfache Ziegenhirten und haben so noch Glück, dass sie Milch für ihre Kinder haben. Viele Felder sind durch die sengende Hitze völlig verdörrt, weil es schon Monate nicht mehr geregnet hat. Doch Obst auf dem Markt zu kaufen kann sich die Familie nicht leisten.

 

HAITI

Ted aus Haiti zieht jeden morgen mit seinem Vater aufs Feld des Grundbesitzers. Sie arbeiten hart, damit die Familie wenigstens satt wird. Wenn es dunkel wird, ziehen sie müde und schweigend zu ihrer Blechhütte zurück.

Übrigens kann man sich in unserer Bibliothek ein Kinderbuch über Ted ausleihen.

 

SÜDAFRIKA

Eine Siedlung von Wellblech- und Papphütten, ohne Strom und Wasser, in der Nähe von Kapstadt brennt lichterloh. Die Menschen haben nun kein Dach mehr über dem Kopf. Die Bewohner glauben, jemand hat das Feuer gelegt. Es sind Menschen, die aus dem Nachbarland Simbabwe hierher gekommen waren, um Arbeit zu finden. Doch nun steht der kleine 8-jährige David vor den verbrannten Trümmern seiner Hütte, eingehüllt von eine Decke und weiß nicht mehr, wie es mit ihm weitergehen soll.

 

PHILIPPINEN

Schulkinder aus Manila haben meist keinen Computer, keine CD's, Handys oder MP3-Player. Viele Familien sind in die USA und Europa ausgewandert, weil es hier kaum Arbeit gibt. Sie würden aber viel lieber zu Hause bleiben. Es gibt in Manila auch viele Kinder, die im Müll der Reichen etwas zu Essen suchen müssen.

 

IRAK

Sinan und seine Geschwister leben in Bagdad. Die Eltern sind bei einem amerikanischen Bombenangriff ums Leben gekommen. Vor Jahren führten die Amerikaner einen schlimmen Krieg im Land. Jetzt leben die Kinder bei Verwandten, aber glücklich werden sie wohl nie wieder werden. Sinan sorgt für seine kleinen Geschwister so gut er kann.

 

NICARAGUA

Domenicas Eltern arbeiten in einer Kooperative von Kaffeebauern in Nicaragua. Sie freut sich, dass es im Dorf nun eine Gesundheitsstation und eine kleine Dorfschule gibt. Außerdem wurde ihr Haus an die Wasserleitung angeschlossen. Das Projekt wird von der GEPA aus Deutschland unterstützt. So hat sie auch Zeit, mit anderen Kindern des Dorfes zu spielen.

Die GEPA beliefert Weltläden z.B. mit Kaffee aus dieser Kooperative, einem Zusammenschluss von Kaffeebauern.

 

PAKISTAN

Ebenfalls durch die GEPA ist es möglich, dass die Kinder der Fußballnäherin Rahila zur Schule gehen können. Mutter und Vater arbeiten für einen gerechten Lohn, so dass die Kinder nicht arbeiten müssen. [Kinderarbeit ist ansonsten bei der Ballproduktion an der Tagesordnung.]

 

RUANDA

Dora und ihre 6 Geschwister leben in Ruanda. Ihr Vater kam im Bürgerkrieg ums Leben und die Familie war ständig auf der Flucht. Und Mutter weiß nicht, wie es weitergehen soll, da sie keine Arbeit hat. Sie besitzen nicht einmal Land für etwas Gemüse. Außerdem hat es seit 3 Jahren nicht mehr geregnet.

 

INDIEN

Und Jorgan aus Indien? Seine Eltern mussten ihn vor vier Jahren an einen Knüpfstuhlbesitzer für 500 Rupien verkaufen, um Geld für das Überleben seiner 5 Geschwister zu bekommen. Fern von zu Hause, unter Druck und Schlägen, muss Jorgan Teppiche knüpfen. Er ist gerade 13. Er und andere Kinder knüpfen oft 12 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche. Für jeden Fehler bekommen sie Schulden von 10 Rupien draufgeschlagen.

 

BOLIVIEN

Agripina kommt von Schule nach Hause. Sie lebt mit ihren 4 Geschwistern in einem kleinen Dorf in 4000 Metern Höhe in den Anden Boliviens. Sie ist eine gute Hirtin. Sie hütet nach dem Unterricht Alpakas. Einmal im Jahr scheren die Hirten ihre Tiere. Aus ihrer Wolle entsteht Kleidung - daher sind es kostbare Tiere. Kleidung im Laden kaufen können sich in Bolivien nur wenige Menschen, da sie zu wenig Geld besitzen.

 

UND?

Vielleicht haben Sie den Eindruck, dass es auf unserer Erde ziemlich ungerecht zugeht. OK, alle Kinder und Geschichten sind erfunden - oder doch nicht? Und vielleicht könnten Sie zu Kevin bei den Inuit in Alaska, Maja aus Moskau sowie Rani aus Bangladesh, einem der ärmsten Länder der Erde, ähnliche Geschichten erfinden? Schicken Sie uns Ihre Ideen einfach.

An Stefanias Beispiel aus Nicaragua sieht man aber auch: Der Einkauf in Weltläden unterstützt Kooperativen überall in der Welt, damit es den Menschen, und besonders auch den Kindern ein wenig besser geht.

 

SCHULE ANDERSWO

Schule in Entwicklungsländern → Viele Kinder in Entwicklungsländern müssen sich täglich ihr Essen erkämpfen. Schule wird da schnell zu einem Luxus, der unerreichbar bleibt. Denn sie kostet oft Geld oder Zeit - darüber verfügen über 60 Millionen Kinder in den Ländern des Südens nicht. Und nur die Hälfte aller Grundschüler schließt die 4. Klasse ab, weil sie immer öfter als Tagelöhner auf irgendwelchen Plantagen, in Ziegeleien oder Teppichfabriken hart schuften müssen, damit ihre Familien überleben können. Viele Eltern der Kinder können selbst nicht lesen oder schreiben. An der Tagesordnung ist auch, dass die Eltern die Schul- oder Berufsausbildung nicht bezahlen können.

 

LATEINAMERIKA

Schule in Bolivien → Obwohl das südamerikanische Land 3-mal so groß ist wie Deutschland, gibt es nur wenige Schulen; oft existiert nur ein Raum, in dem alle 6- bis 13-Jährigen sitzen. Die Indiokinder müssen Spanisch lernen, obwohl dies nicht ihre Muttersprache ist. Unterricht in ihrer Sprache [z.B. Quechua] gibt es nicht. Die Kinder sind sehr wissbegierig und hoffen durch gutes Lernen eine bessere Zukunft zu haben. Aber häufig reicht das Geld der Eltern nicht einmal für einen Bleistift.

 

IN ARMUT

Schule in Mosambik → Manche Schüler müssen abwechselnd in der Klasse stehen, weil die Anzahl der Tische nicht ausreicht. Einigen Kindern wird schlecht, da ihre Eltern ihnen nichts zum Frühstück mitgeben konnten. Viele Familien sind so arm, dass sie sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten können. Doch es gibt Lehrer, die ihren Kindern manchmal eine Suppe und eine Scheibe Brot geben [obwohl sie oft selbst nur extrem wenig verdienen]. Und hier leben auch viele Kinder, die gar nicht zur Schule gehen, sondern als Straßenkind irgendwo in einer Stadt um ihr Überleben kämpfen. Leider gibt es Kinder, die auf der Straße leben müssen, nicht nur in Mosambik.

 

IN DEN ANDEN

Schule in Ecuador → Am Morgen, wenn die Kinder zur Schule gehen, ist es noch sehr kalt in 4000 Metern Höhe in den Anden. Da laufen die Kinder schnell zur Schule, damit ihnen warm wird. Die Schule liegt in einem Tal und von allen umliegenden Bergdörfern strömen die Kinder die Hänge hinab, über Steine und Geröll, durch Bäche ohne Brücken, über rutschigen Lehmboden. Jeden Tag kommt eine der Mütter in die Schule und kocht den Kindern über offenem Feuer ein Essen, meist Gerstebrei mit Zucker. Zwischen 7.30 und 13.00 Uhr werden täglich oft nur 2 Fächer unterrichtet, z.B. Spanisch und Mathematik, oder Quechua [Indiosprache] und Landwirtschaft.

 

ARBEIT ODER SCHULE

Schule in Indien → Indische Kinder kommen mit 5 Jahren zur Schule. Häufig findet der Unterricht im Freien statt und ein Lehrer unterrichtet mehrere Klassen gleichzeitig. Der Unterricht an staatlichen Schulen ist sehr schlecht und kaum eine Familie kann sich Nachhilfeunterricht leisten. So brechen Schüler aus armen Elternhäusern die Schule oft nach der Grundschule ab; und wenn sie 8 oder 9 sind, müssen sie zu Hause bei der Arbeit helfen. Dazu findet man in Indien viele Familien, die so arm sind, dass sie ihre Kinder z.B. zum Teppichknüpfen oder in Ziegeleien verkaufen müssen, obwohl in Indien Kinderarbeit offiziell verboten ist. Diese Kinder besuchen meist gar keine Schule und sie bekommen später keinen vernünftigen Beruf, da sie nicht lesen und schreiben können.

 

DIE BESTEN

Schule in Finnland → Viele Experten meinen, dass finnische Kinder am besten lernen. [Bekanntlich basiert das Bildungssystem auf vielen Ideen und Strukturen des ehemaligen DDR-Bildungssystems.] Zwischen 8 und 14 Uhr haben die Kinder Unterricht und die Lehrer spricht man mit "Du" an. In den ersten 4 Schuljahren gibt es keine Noten. Und niemand bleibt sitzen. Obwohl in einer Klasse meist 28 Schüler sind, lernt man meist in kleinen Gruppen. Jeder macht das, was er am besten kann.

 

IN AFRIKA

Schule im Senegal→ Im Dorf Sissabor haben sich Schüler, Eltern und Lehrer zu einer Schulkooperative zusammengeschlossen. So bringen die Frauen den Kindern Nähen und Kochen bei. Dafür lehren die Kinder ihren Eltern das Lesen und Schreiben. Die Kinder haben einen Gemüsegarten angelegt und mit den Erlösen finanzieren sie eine Schülerzeitung und eine eigene kleine Schulbücherei.

 

SCHULFREUNDSCHAFT

Schule auf den Philippinen → Eine deutsche Schule hat eine Partnerschule auf den Philippinen. Die Verständigung klappt über Briefwechsel, Tonband- und Filmaufzeichnungen. Und alle Schüler zeichneten, wie sie sich das Leben im jeweils anderen Land vorstellten. Aus den Zeichnungen wurde eine Wanderausstellung. Und: Mit Hilfe der deutschen Schule konnte in der philippinischen Schule endlich eine Wasserleitung gebaut werden.

 

NORMALITÄT

Schule in Äthiopien → Fast 70 Schüler lernen hier in einer Dorfschule der Provinz Kaffa in einer 7. Klasse. Manche Schüler sind schon 18, weil sie erst spät eingeschult wurden. Die Schule dauert von 7.45 bis 13.00; da gibt es 6 Unterrichtsstunden von je 40 Minuten. Viele Eltern der Kinder sind Kaffeebauern in der Umgebung. Englisch lernt man ab der 1. Klasse. Für die ganze Klasse gibt es gerade 5 Englischbücher. Ab der 7. Klasse kommt Ampharisch [Amtssprache im Land] und Kaffino [Sprache in dieser Provinz] dazu.

 

UND IN DEUTSCHLAND?

Schule in Deutschland → Stupider Frontalunterricht und langweilige Methoden? Wenig Abwechslung im Unterrichtsalltag? Lehrpläne erfüllen bis zum Umfallen? Gewalt an Schulen? Fremdenfeindlichkeit? Nur die Kinder der reicheren Familien an Gymnasien? Oder was meinen Sie? In was für eine Schule geht Ihr Kind oder gehst Du?

Diskussionen oder Meinungen sind willkommen. Wenn wir diese hier veröffentlichen sollen, dann bitten wir um eine Mail an post@eineweltladen.info.

 

TIPP

Besuchen Sie auch unsere Webseite zu Kinderrechten. Über spezielle Projekte der Organisation PREDA für philippinische Kinder berichtet unsere Seite Tatort Manila.

 
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Viel Spaß mit der Homepage der Initiative Eine Welt Für Alle e.V. Besuchen Sie uns im Eine Welt Laden Weißwasser in der Kirchstraße 2, gleich neben der Evangelischen Kirche. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
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Viele Kinder auf dieser Welt müssen in Armut leben, können nicht zur Schule gehen oder müssen gar wie Sklaven arbeiten. Ein paar wahre und erdachte Beispiele sollen ein wenig Erhellung bringen.