eineweltladen.infoEine Welt LadenMagazinTee

Tee ist ein Jahrtausende alter Genuss, der seinen Ursprung in China hat und heute in vielen Sorten und mit unterschiedlichsten Zeremonien genossen wird. Mehr über Schwarztee und Grüntee finden Sie auf sechs Seiten für Sie zusammen gestellt ...

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TEE SEITE 1

Erfahren Sie Wissenswertes über die Teepflanze, Teeanbau, Anbaugebiete, Inhaltsstoffe sowie Historisches.

 

DIE TEEPFLANZE

Ein botanisches Kurzportrait ...

TeebaumHöhe ohne Rückschnitt: bis zu 15 m; Alter bis zu 70 Jahre; nach ca. 5 Jahren entwickelt sich aus Jungpflanze ein Teestrauch [regelmäßiger Schnitt nötig]

Dauerkultur an Hochlandhängen, sehr wasser- und nährstoffbedürftig [oft Monokulturen]

Pflanzekleine Blüten [weiß bis rosa] und hartschalige kleine Früchte

Vermehrungdurch Samen möglich [heute weniger gebräuchlich, sondern meist ungeschlechtlich durch Stecklinge]

Wurzelntiefe Pfahlwurzeln schützen vor Bodenerosion und stabilisieren Hänge

Klima, Bodenfeuchtes, mäßig-warmes bis tropisches Klima; sehr anspruchsvoll bezüglich Nährstoffangebot

 

TEESORTEN

Die wichtigsten Teearten ...

Der Teebaum Camellia sinensis, ein Kameliengewächs, hat verschiedene Unterarten [Varietäten; var.]. Hier die wichtigsten ...

 

chinesischer Tee

Assamtee

Camellia sinensis var. sinensis

Camellia sinensis var. assamica

highgrown [bis 3000 m Höhe]

lowgrown [tiefere Lagen]

kleine, dicke, dunkelgrüne Blätter

15 cm lange, 10 cm breite Blätter

frostbeständig, gemäßigtes Klima

Tropengewächs, Wärme liebend

Vermehrung durch Samen [früher]

Vermehrung durch Samen [früher]

ohne Rückschnitt 3-4 m hoch

ohne Rückschnitt bis 15 m hoch

Von Bedeutung ist weiterhin Camellia sinensis var. japonica [japanischer Tee].

als Gattungsname sind manchmal auch "Camelia" oder "Thea" gebräuchlich

Züchtung durch vielfache Kreuzung der Urteepflanzen von chinesischem und Assamtee [Assamhybride] als Grundlage fast aller Teekulturen, um feineres Aroma zu erhalten und Widerstandsfähigkeit zur bewirken [Nachteile durch vegetative Vermehrung möglich]

 

ENTWICKLUNG

So werden Teepflanzen angebaut...

zuerst Aussaatdann Stecklinge nach 2 Jahren auf die Plantage verpflanzt

Rückschnitt etwa alle 4-6 Jahre

Nachteile durch Monokulturen sowie genidentische Hybridsorten [Krankheiten, Schädlinge etc.]

Teeanbaumethoden...

 

konventioneller Anbau

ökologischer Anbau

Monokulturen auf großen Plantagen, oft Assamhybride

kleine verstreute Anbauflächen mit Mischkulturen

großbäuerliche Produktion

kleinbäuerliche Bewirtschaftung

zuweilen maschinelle Bearbeitung

stets Ernte per Hand

massenhafter Einsatz von Pestiziden und Chemiedüngern nötig

keine Kunstdünger und Pestizide erlaubt

Verarbeitungshilfs- und Konservierungs-chemikalien erlaubt

Verarbeitungshilfs- und Konservierungs-chemikalien verboten

 

TEETIPPS

Gesunder Tee ...

Erfahrene Mütter geben selbst Säuglingen bei Magen-Darm-Verstimmungen etwas Schwarztee wegen seiner antibakteriellen Wirkung zu trinken.

"Ölige Schlieren" auf dem Tee zeugen von recht hartem Wasser [je weicher, umso besser das Teearoma].

Milch hebt die positive entspannende Wirkung auf Arterien und den erhöhten Blutdurchfluss fast wieder auf [daher Tee nicht mit Milch trinken].

Katechin im Tee wirkt krebsvorbeugend; Antioxidantien binden freie Radikale im Körper

 

ALLES ÜBER TEE

Egal ob Schwarztee, Grüntee oder Oolong: Am Anfang steht immer die Teepflanze Camellia sinensis. Davon pflückt man meist per Hand die Blattknospe sowie die ersten beiden Blätter [two leaves and the bud], um daraus einen Spitzen-Tee herzustellen.

 

TEEANBAUGEBIETE

Wo der Tee wächst ...

Einige TeeanbaugebieteIndien Darjeeling [Südhänge des Himalaya] und Assam (Hochebenen am Bramaputra); Sri Lanka [Ceylon]; Nepal [Teegärten im Himalaya]; China; Japan; Kenia; Tanzania; Indonesien; Vietnam; Brasilien; Argentinien u.a.

Größte AnbauländerIndien 29,3 %, China 23,2 % [nur 1/3 exportiert, Rest Eigenbedarf], Sri Lanka 7,4 % der Weltproduktion

Ökologischer Anbaukeine Insektizide, Pestizide oder Kunstdünger; keine Monokulturen [viele Tees im Eine Welt Laden tragen das BIO-Siegel]

 

TEELÄNDER

Besonderheiten einiger Teeanbaugebiete ...

Japanberühmt für teure und exklusive Grüntees und die Teezeremonie

ChinaHauptanbaugebiete nördlich und südlich des Jangtse-Flusses sowie in Süd- und Südwestchina; u.a. ebenfalls exklusive Grüntees, die etwas billiger sind, sowie köstliche Schwarztees

Nepalkleine Teegärten an den Hängen des Himalaya mit sehr hochwertigen Tees [keine Großplantagen]

Indien, Darjeelinghochwertigster, aromatischer Schwarztee von den Hängen des Himalaya bis in 3000 m Höhe

 

first flusherste Pflückung im Frühjahr, besonders aromatisch mit grünlicher Tasse
second flushzweite Pflückung mit kräftiger Tasse und bester Haltbarkeit
autumnalHerbstpflückung mit sehr feiner Tasse

Indien, Assamgrößtes Teeanbaugebiet der Welt in Nordindien zwischen Tibet und Burma zu beiden Seiten des Brahmaputra-Flusses; Tee ist vollmundig, malzig, kräftig und Hauptbestandteil der so genannten Ostfriesischen Mischung

Sri LankaCeylon-Tee aus dem Hochland [z.B. Nuwara Eliya]; herbe, aromatische Tees mit goldener Tasse; Spitzenqualitäten erntet man im Sommer und Winter

Afrikaergiebige, kräftige Tees, die meist für Teebeutel benutzt werden [im Weltladen auch loser Tee z.B. aus Tanzania erhältlich]

 

INHALTSSTOFFE

Das steckt in Tee drin ...

Schwarz- und Grünteegenuss kann [je nach Menge] durchaus gesundheitsförderlich sein ...

Coffein [auch Tein, Thein] 1,4 bis 4 %anregend und belebend durch stärkere Hirndurchblutung; erhöht Konzentration und Leistungsfähigkeit [zu große Mengen Coffein sind aber nicht so günstig]; regt die Magensaftproduktion an

Gerbstoffe [Polyphenole] 12 bis 17%antibakteriell; lindern Magen- und Darmbeschwerden; je länger der Tee zieht, umso mehr Gerbstoffe werden frei und somit beruhigender; Anregung der Verdauung; senken Herzinfarktrisiko, Blutdruck und Cholesterinspiegel

ätherische Öleca. 400 verschiedene Duft- und Aromastoffe

Mineralienz.B. Fluor [gut für die Zähne], Mangan sowie Kalium [ersetzt so Mineralstoffverlust nach Sport oder schwerer Arbeit]

Vitamin Bwichtig u.a. für Haut und Augen

Tee ist somit ...
kalorienfrei
reduziert Karies
zerstört Bakterien und Viren
blutdrucksenkend [kräftigt Blutgefäße]

 

GESCHICHTLICHES

Historisches über Tee...

Bereits vor 5000 Jahren wird der Teebaum in China beschrieben [meist Grüntee; 2700 v.Chr.]. Erst 500 n.Chr. bringen ihn Mönche nach Japan.

Etwa 1600 gelangt schwarzer Tee durch die berühmte holländische Ostindien Compagnie nach Europa. Danach gründeten die Engländer ihre eigene British East India Company und hatten so viele Jahre das Teemonopol.

In die traditionellen Teeländer Indien und Ceylon [heute Sri Lanka] kam der Tee erst später ...

Indien1836 wurden Teepflanzen ins damalige Bengalen geschmuggelt und 4 Jahre später der erste Tee geerntet

Sri Lankanach Vernichtung der Kaffeeplantagen durch den Kaffeerost [schädlicher Pilz] stellten die Briten 1876 die Insel auf Teeanbau um


 

TEE SEITE 2

Alles zur Verarbeitung und Herstellung von Grüntee, Schwarztee und Oolong. Außerdem einiges zum Teehandel.

 

 

TEEARTEN

Alles aus einer Pflanze ...

Teeart

Informationen

Schwarztee

Schwarztee ist fermentierter Tee und wird mit kochendem Wasser aufgegossen. Er muss dann 3 min [anregend] bis 5 min [beruhigend] ziehen.

Grüntee

Grüner Tee ist unfermentierter Tee. Durch Behandlung mit heißem Wasserdampf werden die für die Fermentierung zuständigen Enzyme zerstört. So bleibt die grüne Blattfarbe erhalten [und mehr Gerbstoffe bleiben im Blatt]. Man gießt in nicht mit kochendem, sondern mit 80°C heißem Wasser auf.

Oolong

Das ist halbfermentierter Tee. Durch Rösten wird hier das Fermentieren vorzeitig beendet. Er liegt geschmacklich zwischen grünen und schwarzem Tee.

CTC-Verfahren

Crushin-Tearing-Curling [Zermahlen-Zerreißen-Rollen]. Dies ist ein verkürztes industrielles Verfahren zur Produktion von Tee für Teebeutel. Anwelken, Schneiden und Rollen erfolgt in einem Arbeitsgang. Danach beginnt die Fermentierung.

 

TEEPRODUKTION

Alles noch einmal im Überblick ...

 

 

TEEPFLÜCKEN UND HANDEL

Über Teepflückerinnen, Teefabriken und Teehandel ...

Pflücklohnfür 4 kg Teeblätter [ergeben 1 kg Tee]: ca. 30 Eurocents

Pflückleistung16-24 kg Teeblätter je Tag und Pflückerin [1 kg Fertigtee enthält etwa 80.000 Blattknospen, d.h. 80.000-mal pflücken für ein Kilo Tee]

Verarbeitung je Kilogrammkostet ca. 1,65 € [man bezahlt aber im Laden etwa 20 € je kg; den Rest teilen sich Konzerne und Zwischenhändler]

 

DIE TEEFABRIK

Hier erfahren Sie, wie aus den grünen Teeblättern Schwarztee, Grüntee oder Oolong werden und wodurch sich diese Teesorten unterscheiden.

 

TEEHERSTELLUNG

Und so entsteht aus grünen Blättern Tee ...

PflückenAlle 6-8 Tage werden meist aufwändig per Hand die beiden oberen Blättchen und die Knospe [two leaves and the bud] gepflückt. Jährlich gibt es 15 [Höhenlagen] bis 30 [weiter im Tal] Pflückungen; die 3 wichtigsten sind first flush im Frühjahr, second flush als 2. Pflückung sowie die Herbsternte [autumnal]. Eine Pflückerin schafft mindestens 15 kg Blätter am Tag. Männer findet man traditionell nicht auf den Plantagen, sondern in den Teefabriken. Auf großen Plantagen wird auch maschinell geerntet - die Teequalität ist entsprechend geringer, da man auch ältere Blätter erfasst.

WelkenDann muss die Ernte für 12 bis 18 Stunden auf Gittern zum Welken ausgebreitet werden. Dazu wird teilweise durch Ventilatoren erwärmte Luft durch die Welkträge geblasen. Die Welktröge sind 30 Meter lang. So werden die Blätter geschmeidig für die Weiterverarbeitung. In den Teefabriken arbeiten meist keine Frauen. Früher breitete man dafür die Blätter in der Sonne aus. Das ist jedoch heute viel zu langwierig.

RollenDurch das maschinelle Rollen [30 min] der angewelkten Blätter tritt infolge des Aufreißens der Zellwände und ihrem Platzen der Zellsaft aus dem Zellinnern aus. Enzyme werden frei und Sauerstoff kann hinzu treten. Damit kann die Fermentation beginnen. Je nach Länge und Stärke des Rollvorganges entstehen auch verschiedene Blattgrade, die später sortiert werden.

FermentierenDie natürliche Oxidation setzt beim Fermentieren durch Luftsauerstoff ein. Dadurch erhält der Tee eine kupferrote Farbe und es entwickelt sich sein typisches Aroma. Das dauert 2-3 Stunden. Der Tee wird dazu 10 cm hoch aufgeschichtet. Der Prozess läuft bei einer Luftfeuchtigkeit von 95% ab [Wasser wird in die Luft gesprüht]. Frei gewordene Enzyme aus den Blättern oxidieren und vergären das Material. [Fermentation tritt z.B. auch auf, wenn ein halbierter Apfel an der Schnittfläche braun wird.]

TrocknenSobald Farbe, Duft und Aroma des Tees stimmen, trocknet man ihn mit Heißluft [anfänglich 90°C, dann abfallend bis 40°C] in Trommeln. Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt danach nur noch 6%. Die Wärme bewirkt, dass die Blattenzyme zerstört werden und dadurch die Fermentation beendet ist. Die Blätter trocknen 20 min [Feuchtigkeitsentzug] meist in öl- oder holzbeheizten Trocknern mit einem maschinellen Endlosband. Die Zellsäfte erstarren und haften so am Blatt, bis das Aroma durch den Aufguss wieder frei gegeben wird.

SortierenDurch Aussieben [mechanische Rüttelsiebe] werden die verschiedenen Blattqualitäten getrennt. Die Maschengröße wird nach jedem Durchgang kleiner. So bleiben im 1. Sieb die groben Blatt-Tees, im 2. die groben Broken-Tees usw. Man trennt ca. 5-10 Sortierungen [Blattgrade]. Dieses Sortieren kann auch elektrostatisch erfolgen. Bei Blatt-Tees erkennt man die Blattstrukturen noch. Sie sind sehr hochwertig und machen nur 2% der Produktion aus. Der Rest sind Broken-Tees und Teestaub.

VerpackenDann wir der Tee noch gemischt ["blends"], die Qualität geprüft, verkostet sowie letztendlich in Kisten verpackt und meist so exportiert.
Frauen aus Sri Lanka flechten zusätzlich attraktive Palmblattkörbchen als Verpackung für viele Ceylon-Tees. Dadurch erhalten Sie ein finanzielles Zubrot und lernen nebenbei Lesen und Schreiben.

 

FAIRER TEEHANDEL

Von fairem Teehandel profitieren alle. Die ProduzentInnen erhalten einen gerechten Land und wir trinken Tees der Spitzenklasse.

Fairer Teehandelermöglicht bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für die Teepflückerinnen und Teearbeiter [gerechte Bezahlung, Entwicklungsprojekte, Kleinstkredite etc.]

HerkunftGEPA Tees stammen aus biologischem Anbau in Darjeeling, Assam und Sri Lanka

   

 

TEE SEITE 3

Lernen Sie Blattgrade, Teequalitäten und -sorten sowie weitere Fachbegriffe kennen.

 

TEEBLÄTTER

Teepflanze: Jedes Blatt hat einen Namen ...

Gepflückt werden Two Leaves And The Bud, also die Blattknospe und die ersten beiden zarten Blättchen.

 

BLATTGRADE

Blattgrade und ihre Abkürzungen ...

Die Teilchengröße nimmt in unserer folgenden Auflistung von oben nach unten hin ab.

 

 

BLATT-TEES

FTGFOP1

Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1 [die 1 benennt die beste Aussiebung des Blattgrades]
kleine Blattspitzenpartikel erkennbar; dünnes Blatt, wenig Gerbstoffe; aromatisch, vollmundig und fein schmeckend

TGFOP

Tippy Golden Flowery Orange Pekoe

GFOP

Golden Flowery Orange Pekoe

FOP

Flowery Orange Pekoe

OP

Orange Pekoe [langes, drahtiges Blatt]

P

Pekoe [mehr Blattrippen]

 

BROKEN-TEES

TGFBOP

Tippy Golden Flowery Broken Orange Pekoe
feinaromatischer Tee; sauberes, gut gerolltes Blatt

TGBOP

Tippy Golden Broken Orange Pekoe

GFBOP

Golden Flowery Broken Orange Pekoe

GBOP

Golden Broken Orange Pekoe

FBOP

Flowery Broken Orange Pekoe

BOP

Broken Orange Pekoe [kräftig, wenig blumig]

BP

Broken Pekoe

 

FANNINGS und DUST

GOF, GF

Golden Orange Fannings bzw. Golden Fannings

FOF

Flowery Orange Fannings

BOPF, PF

Broken Orange Pekoe Fannings bzw. Pekoe Fannings

PD

Pekoe Dust [Teestaub]

HinweisÜber den guten Teegeschmack entscheidet übrigens aber weniger der Blattgrad, als vielmehr das Anbaugebiet!

 

FACHBEGRIFFE

Vielleicht haben Sie sich schon einmal über eigenartige Bemerkungen auf Teeverpackungen wie Broken Orange Pekoe o.ä. gewundert. Das hat eigentlich nichts mit Orangen zu tun. Hier erfahren Sie mehr darüber.

 

TEEBEGRIFFE

Infolge historischer Hintergründe verwendet man in der Welt des Tees eine Menge von Fachbegriffen mit englischem oder niederländischem Ursprung. Nachfolgend eine kleine Auswahl  [in eckigen Klammern auch die mögliche Abkürzung]

Begriff

Informationen

Orange [O]

nach holländisch "Oranje" [= königlich]

Blend

Mischung [hier von verschiedenen Teesorten]

Dust

Teestaub [letzte Aussiebung]

Fannings

Teesortierung, die meist nur Blattstängel und kleinste Teilchen enthält

Flowery [F]

aus dem Englischen und bedeutet blumig [blumiges Aroma]; meist jüngstes Blatt [d.h. die Blattknospe]

Golden [G]

goldbraune Spitze der Blätter [meist der Knospe]

Tips

Blattspitzen [Tippy: braune Teilchen der Blattspitzen im Tee erkennbar; abgekürzt T; Blattspitzen haben wenig Zellsaft und werden so beim Fermentieren kaum dunkel]

Pekoe [P]

ursprünglich: aus dem Chinesischen und bedeutet weißer Flaum; übertragen: Blattgrad; ansonsten das 3. Blatt

High-grown

Hochland-Tee

Medium-grown

Tee aus mittleren Höhenlagen

Broken Tea [B]

gebrochener, kleinblättriger Tee [Blattstrukturen sind nicht mehr im Detail erkennbar]

Semi-leaf Tea

Halbblatt-Tee [liegt zwischen OP und BOP]

First Flush

erste Ernte im Frühjahr; besonders hochwertige Tees mit bis zu 300 Euro pro kg; sehr aromatischer, grünlicher Aufguss

Second Flush

2. Teeernte; kräftiger Tee, besonders haltbar

Autumnal, Autumn

Herbsternte; feines Aroma, helle Tasse und sehr delikat

Souchong

chinesische Bezeichnung für gröbste Teesorten

Regentee

Tee, der in der Monsunzeit im August geerntet wird [bread-and-butter-tea; wenig ausdrucksstark]

weißer Tee

chinesischer Schwarztee mit besonders stark silbrig behaarten Triebspitzen

Earl Grey

Schwarztee aromatisiert mit Bergamotteöl [eine Zitrusfrucht]

Flowery Orange Pekoe [FOP] bedeutet also: Die mit weißem Flaum besetzten Spitzen junger Blätter bzw. der Blattknospen, die in der entsprechenden Teequalität noch erkennbar sind.

 

ANBAUREGION

Anbaugebiete erkennen ...

Zudem können Sie auf den Teeverpackungen Angaben zum Anbaugebiet entnehmen. Hier Beispiele ...

Bezeichnungen wie Assam, Darjeeling, Darjeeling Samabeong oder Ambootia, Sikkim, Dooars etc. [genannte alle in Indien] charakterisieren das jeweilige Herkunftsgebiet der Tees. Darjeeling-Tees sind sehr hochwertig, da sie aus hochgelegenen Regionen Nordindiens kommen. Ceylon-Tee stammt aus Sri Lanka. Hochwertige Grüntees stammen oft aus Japan, während fast genauso gut schmeckende aus China viel billiger zu haben sind.


 

TEE SEITE 4

Geschichten über das Leben der Teepflückerinnen und Teearbeiter; faire Teeproduktion in Sri Lanka.

 

 

BIOTEE AUS SRI LANKA

Eine ganze Reihe fair gehandelter Bio-Tees im Eine Welt Laden kommt aus Sri lanka ...

Ein BeispielDie Idulgashena Biotee-Plantage in der Uva-Region im Hochland Sri Lankas ist sozusagen die "Mutter aller Biotees". Seit 1987 wird dort Tee aus anerkannt ökologischem Landbau produziert. Die Fairhandelsorganisation GEPA schuf gemeinsam mit ihrem Handelspartner Stassen Natural Foods zugleich auch ein Modell für vorbildliche soziale Entwicklung.

Es entstanden so durch den fairen Handel u.a. 6 Kinderkrippen, 2 Vorschulen, ein soziales Entwicklungszentrum, eine Leihbücherei, eine Bank sowie umfassende Gesundheitsdienste und Fortbildungsmöglichkeiten für Jugendliche und Erwachsene. Zwei weiterführende Schulen wurden mit Hilfe des Bioteeprojektes renoviert und so ausgestattet, dass den Schülern nun ein hochqualifiziertes Lernangebot ermöglicht wird [denn nur umfassende Bildung ermöglicht die Befreiung von der Ausbeutung durch die westlichen Monopole sowie eine umfassende Entwicklung]. Auf Indulgashena wurde außerdem ein großes Gemeinschaftszentrum gebaut. Für die Arbeiterinnen und Arbeiter entstanden 300 Toiletten und viele Wohnungen konnten umfassend renoviert werden. Teearbeiterfamilien wurden erstmals Eigentümer von kleinen Wohnungen und Grundstücken. Viele Siedlungen entstanden so bereits am Rande der Teegärten; jede Familie verfügt über 2 Zimmer, Küche und Bad und einen kleinen Garten.

An den anstehenden Entscheidungen, Planungen in der Kooperative sind die Arbeiter[innen] umfassend beteiligt. Der gemeinsame Austausch zwischen Tamilen und Singhalesen, zwischen Christen, Hindus, Muslimen und Buddhisten ist ein wichtiger Aspekt des Entwicklungsprojekts.

Und noch ein BeispielEines der erfolgreichsten Projekte ist das Dambadeniya Dorfentwicklungsprojekt, in dem die handgeflochtenen Palmblattkörbchen für die Verpackung vieler GEPA-Tees aus Sri Lanka hergestellt werden. In diesem ländlichen Gebiet von 240 Quadratkilometern und mit rund 120.000 Einwohnern im Westen des Landes entstanden so über 1500 Arbeitsplätze zur Herstellung der Körbchen in etwa 100 Produktionsgemeinschaften sowie viele weitere Einkommensquellen im Anbau von Gräsern und Palmblättern. Die Lebensverhältnisse wurden so nachhaltig verbessert und neue Betätigungsfelder für Elektriker, Schreiner, Maurer etc. geschaffen. Gleichzeitig entstanden verbesserte Wohnungen, Dorfläden, Schneiderwerkstätten u.a.

 

FAIRER TEEHANDEL

fairer Teehandeles entfallen Kosten für Zwischenhändler und Makler, da Direktbezug von Plantage/Kooperative durch GEPA, El Puente u.a.

Vorteile des fairen TeehandelsFestpreis-Abnahme; kostendeckender Einkaufspreis; gerechter Lohn; Mehrpreis für Sozial- und Entwicklungsaufgaben [1,30 € je kg]; Zahlung eines Aufpreises für ökologischen Teeanbau [0,30 € je kg]; Verarbeitung und Verpackung meist direkt im Erzeugerland [zusätzliche Arbeitsplätze]; Förderung der Gleichberechtigung von Frau und Mann etc. Weitere Vorteile sehen Sie auch auf den Seiten Prinzipien des fairen Handels sowie zu den Fairhandelsgesellschaften.

 

TEEPFLÜCKERINNEN

Das Leben vor allem der Teepflückerinnen ist von schwerer körperlicher Arbeit von früh bis spät an aufgeweichten Berghängen in oft feuchtkühler Luft, kärglichem Auskommen, schlechte Lebensbedingungen und viel Entbehrung geprägt. In Teekooperativen mit fairem Handel hingegen gibt es spürbare Verbesserungen für die Frauen und ihre Familien.

 

EINE GESCHICHTE

Eine kleine Teegeschichte ...

Sri Lanka ist der drittgrößte Teeproduzent der Welt.

Aus dem Leben einer TeepflückerinDie 17-jährige Pushapawati aus Sri Lanka berichtet: ...

"Ich finde die Plantagenarbeit schrecklich, aber gleichzeitig bin ich froh, überhaupt Arbeit zu haben", bemerkt Pushapawati. "Während der Regenzeit, die etwa 4 Monate dauert, hängt der Bastkorb, in den wir den Tee pflücken, wie eine Zentnerlast am Kopf, denn die Blätter sind feucht und deshalb sehr schwer. Wir kommen jeden Abend durchnässt nach Hause. Über Nacht am Feuer trocknet die Kleidung nicht richtig, alles ist klamm. Doch in der heißen Trockenperiode ist es nicht viel besser. Die stechende Sonne verursacht Kopfschmerzen, die Haut wird rissig. Sieh dir meine Mutter an, sie ist erst vierzig Jahre alt, aber sieht aus wie sechzig", sagt sie.

"In dieser Zeit wächst weniger Tee, das bedeutet, dass wir schneller pflücken müssen, um das Tagessoll zu erreichen. Die Arbeit bleibt unendlich monoton. An unseren Barackenunterkünften hat sich trotz Streiks nichts geändert und es gibt immer noch keine richtige Krankenstation bei uns, obwohl einige Tausend Menschen hier leben." Befragt nach dem Tagesablauf sagt sie: "Sie doch meine Mutter, sie steht jeden Tag gegen halb fünf auf, schleppt Wasser von der Wasserstelle heran, macht Feuer und bereitet das Frühstück. Tagaus, tagein immer dasselbe: Roti (gebackene Mehlfladen) mit etwas scharfer Soße und Tee. Eigentlich trinken wir alle viel lieber Tee mit Zucker, doch den gibt es nur an Festtagen, er ist viel zu teuer. Meist helfe ich meiner Mutter morgens. Aber meine beiden Brüder und mein Vater stehen erst um sechs Uhr auf. Dann gehen sie in die Teefelder und erledigen dort ihr Morgengeschäft. Wir Frauen müssen das im Dunkeln tun, denn niemand darf uns sehen. Noch vor 7 Uhr gehen meine Mutter und ich zur Arbeit, wir pflücken zusammen. Zum Glück haben wir einen netten Aufseher. Der alte war eklig und hatte uns ständig schikaniert. Oft sind die Anmarschwege zur Plantage länger als eine halbe Stunde. Frauen, die kleine Kinder haben, müssen dann in der Mittagspause zur Kinderkrippe hetzen und ihre Kinder füttern und dann wieder auf die Plantage jagen. Gegen fünf Uhr nachmittags ist die Arbeit zu Ende, auf dem Heimweg sammeln wir meist noch Feuerholz. Manchmal geht auch mein Vater, denn die Männer arbeiten nur bis 2 Uhr mittags. Aber oft trifft er sich mit anderen an einem kleinen Laden. Sie stehen, reden und sehen jedem Fahrzeug nach. Wir nehmen nach der Arbeit ein Bad aus der Regentonne vor der Tür und fegen Wohnraum und Küchenanbau aus. Manchmal müssen wir noch Wäsche waschen, aber eigentlich machen wir das am Sonntag. Zum Abendessen gibt es etwas besseres: Reis mit ein wenig Gemüse und etwas Trockenfisch. Meist essen wir erst vor dem Schlafengehen, denn es ist ein so gutes Gefühl mit vollem Bauch einzuschlafen."

 

[frei nach B. Merzenich/A. Imfeld: Tee - Gewohnheit und Konsequenz, Edition diá, 1986]


 

TEE SEITE 5

Rezepte und anderes Unterhaltsames aus der Welt des Tees finden Sie hier.

 

TEEZUBEREITUNG

So machen Sie es richtig ...

Schwarzteemit kochendem Wasser aufgießen, dann 5 min ziehen lassen = beruhigend
bzw. nur 3 min ziehen lassen = anregend

Grünteemit 70 bis 80 Grad heißem Wasser übergießen [sonst wir er bitter] und etwa 3  bis 5 min ziehen lassen [und Kenner genießen erst den 2. Aufguss]

TeebeutelÜbrigens ist es ein Irrtum, dass Teebeutel schlechte Qualitäten enthalten würden. Im Gegenteil! Lediglich der verwendete Blattgrad ist kleiner.

TeegenussAußerdem hängt der Teegeschmack kaum vom Blattgrad, sondern vielmehr von Anbaugebiet, Erntezeit, Zubereitung, Menge etc. ab.

TeelagerungBewahren Sie den Tee in der Originalverpackung auf, welche Sie in einen luftdicht schließenden Behälter stecken.

WasserhärteOberhalb 10 Grad deutscher Härte müssen sie ggf. die Teemenge etwas erhöhen bzw. das Wasser vorher aufbereiten. Die Wasserqualität insgesamt beeinflusst entscheidend den Teegeschmack.

Tee mit Milch ist hingegen nicht zu empfehlen. Die gefäßschützenden Eigenschaften u.a. Wirkungen gehen durch Milchkaseine vollständig verloren. Daher wirkt bei den Briten der mannigfaltige Teegenuss kaum positiv auf das Herz-Kreislauf-System.

Übrigens erhalten Sie in unserem Weltladen auch Teebeutel und -halter, die Sie selbst mit Schwarztee, Grüntee oder auch Früchtetee befüllen können. Aber das traditionelle Teesieb tut's natürlich auch.

 

 TEEWELTEN

Andere Länder, andere Bräuche. Zwar ist die grundsätzliche Zubereitung von Schwarztee oder Grüntee meist gleich, doch sonstige Zusätze oder landestypische Zeremonien variieren oft stark.

Tee ist auch ein traditionelles Heilmittel bei Magen- und Darmerkrankungen. Er senkt das Herzinfarktrisiko, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel. Dabei ist Grüntee [wegen der schonenderen Verarbeitung] noch gesünder.

 

TEEBRÄUCHE

Teegenuss hier und anderswo...

echter indischer Tee1 L Milch, 1/2 L Wasser, 1/2 TL Zimt, 2 EL Zucker und 1 Prise Ingwer werden gemischt und aufgekocht. Dann 2 EL Schwarztee dazugeben und 3 min ziehen lassen, nochmals aufkochen und durch ein Sieb gießen. Lecker!

Tee in ArabienMuslime genießen ihren schwarzen Tee häufig mit [mehr oder weniger vielen] Pfefferminzblättern und häufig sehr kräftig sowie süß. Tolle Idee zum Ausprobieren!

Teeziegel in ChinaTraditionell verpresst man schwarzen Tee auch zu Teeziegeln [Bild weiter unten]. Davon wird dann ein Stück abgebrochen, um Tee zu kochen.

Tee in OstfrieslandDie ostfriesische Teemischung enthält häufig viel kräftigem und würzigem Assam-Tee der 2. Ernte [second flush]. Seit 300 Jahren trinken die Ostfriesen leidenschaftlich Tee. Der gezogene Tee wird auf weißen Kandis [Kluntje] gegossen und ein Löffel frische Sahne auf die Teeoberfläche gelegt. Unbedingt nicht umrühren, sondern schichtenweise genießen!

Tee in RusslandDurch die Landtransporte von Tee aus China nach Europa kam der Tee auch zwangsläufig nach Russland. Die erste Nachricht darüber stammt aus dem Jahre 1567.

Teezeremonie in JapanDrei Löffel Teestaub [Grüntee] werden in eine Schale geschüttet und drei Kellen kochenden Wassers darüber gegossen. Ein paar Tropfen eines Ginsengbranntweines kommen dazu. Mit einem Teebesen [handgeschnitzt aus Bambus] wird das ganz so lange gerührt und geschlagen, bis eine dicke Schaumschicht entsteht. Die Schale geht mit bestimmten Ritualen nun von Hand zu Hand [zuerst der Hauptgast] und man trinkt zwei Schluck.


 

TEE SEITE 6

Und hier noch einige Tipps, Hinweise und Zusatzinformationen.

 

DOWNLOADS

Wir bieten für Weltladenleute, LehrerInnen und Schüler sowie alle anderen Interessierten unsere Materialien zu Tee zum Download an [PDF-Dateien, gepackt in ZIP-Archiven; erfordern unter Windows meist ein Leseprogramm wie den kostenlosen Adobe Reader, den Sie auch unentgeltlich unter adobe.de erhalten]. Um die ZIP-Archive nach dem Download auf Ihren Rechner zu entpacken, benötigen Sie unter Windows eventuell ein zusätzliches Programm [WinZip, StuffItExpander etc.], das Sie ebenfalls kostenlos im Internet beziehen können. Am Mac benötigt man meist keine Zusatzprogramme.
Die PDF-Dateien im ZIP-Archiv sind optimiert (d.h. komprimiert). Für den Normalgebrauch z.B. im Unterrichtsalltag sind diese ausreichend. Wenn Sie PDF-Dokumente in noch höherer Qualität benötigen, so mailen Sie uns bitte.
Klicken Sie die Dokumente links an [bei Windows neues Fenster; Downloaddialog öffnet sich je nach System] oder laden Sie sich die Datei per Rechtsklick auf Ihre Festplatte. Die Materialien eignen sich für Kurzvorträge, als Basis für Projekte oder als Grundlage zur Vorbereitung Ihres Unterrichts.

Teeinfo Mac
Teeinfo Windows
Teeinformationen [ZIP Archiv 4,3 MB] > 11 PDF Dokumente mit Informationen > Koffein [116 kB], Teebilder [420 kB], Fairer Handel [144 kB], Tee Info [2,6 MB], Teelexikon [152 kB], Teepflanze Arbeitsblatt [146 kB], Tee Quiz [156 kB], Quiz Lösungen [124 kB], Teeweg [148 kB], Teebräuche [136 kB], Teehandel [132 kB]; Downloadzeit ca. 5 min analog oder maximal 30 sec per DSL

Probieren Sie dabei unbedingt einmal das kleine Quiz zu lösen.

 

MEHR INFORMATIONEN

Mehr zu Tee auf unserer Homepage ...

Für SchülerBeachten Sie bitte, dass wir mit Schulklassen, Jugend- und Erwachsenengruppen auch ein Teeprojekt [Homepageteil Projekte] durchführen, wo die Teilnehmer u.a. auch selbst Tees verkosten können.

Thema ZuckerBesuchen Sie vielleicht auch unsere speziellen Informationen zum Thema Zucker. Denn ohne diesen wäre manche Schokolade wohl nur halb so lecker.

FairtradeAuf unserer Homepage finden Sie übrigens auch Beiträge über die verschiedenen Fairhandelsgesellschaften, die den gerechten Handel u.a. mit Tee z.B. über die Eine Welt Läden ermöglichen und welche Prinzipien für den fairen Handel mit den Kooperativen gelten. In unserem Eine Welt Laden informieren wir Sie gern noch ausführlicher dazu.

 

TIPPS

Aus fairem HandelIm Homepageteil Waren können Sie sich auch über das Teeangebot in unserem Eine Welt Laden informieren. Außerdem erfahren Sie auf Wunsch noch weiteres Interessantes zum Thema und erhalten Faltblätter sowie Kochrezepte direkt bei uns im Laden.

Tee in unserem WeltladenWir führen ein umfangreiches Sortiment verschiedenster Schwarztees und Grüntees aus fairem Handel [erkennbar am Fairtrade-Siegel]. Sie erhalten naturbelassene sowie aromatisierte Sorten. Die Herkunftsländer sind z.B. Indien, Sri Lanka, Nepal oder Tanzania. Einige davon bekommen Sie bei uns in dekorativen Verpackungen wie z.B. Palmblattkörbchen oder bestickten Stoffbeuteln. Die meisten Tees tragen zudem das Bio-Siegel. Schauen Sie doch mal bei uns hinein!

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